Wolfgang Neisser

Collposing Art

Hormus oder die menschliche Tragödie, nicht übers Wasser gehen zu können.

Ein Schiff wird kommen und das bring mir den Einen, den ich so lieb wie . . . . . Aiolos hat sich anders entschieden, viele Schiffe könnten kommen die ihre Besatzungen dann völlig entnervt von Bord gehen lassen könnten, weil sie für lange Zeit von der christlichen Kreuz- und Transportfahrtschiffahrt die Faxen gestrichen voll haben.

Hormus. Hormuz? Egal, es ist die enge Passage zwischen Kuwait und Oman. Das Wort erinnert ein wenig an einen Hornochsen, aber wer ist denn der Hornochse, der an diesem Nadelöhr zwischen den Arabern und den Iranern seine Hörner gegen alles wetzt, was sich bewegt. Alle? Nein, wir aus dem gesetzestreuen Natoclub sind nicht dabei, können wegen waffenloser Mangelwirtschaft nicht dabei sein und auch weil keiner Schröders Basta als einzig vernünftige Entscheidung im Nichtdabeisein des Irakkrieges im nachhinein in Frage stellt. Wer würde es wagen, sich der Lächerlichkeit mit Hohn und Spott auszusetzen. Endlich haben wir die Lehren der Vergangenheit richtig verstanden und halten uns multilateral eher bedeckt und pflegen die unterschwellige Diplomatie etwas zu sagen, was aber kaum Gewicht hat, weil derartig schnell vergessene Aussagen kaum jemand wehtun. Was könnten wir auch schon ausrichten, wo wir ohnehin schon wirtschaftlich und volkskulturell so gebeutelt sind, dass rechtsradikale Rattenfänger vielleicht den deutschen Osten hinter der ehemaligen Zweistaatengrenze demnächst in ihre Klauen kriegen.
Wir sind das Volk, wer das glaubt, meint auch, dass alle Bewohner Russlands, die zwischen Brest- Litowsk, Moskau, Murmansk und Novosibirsk leben waschechte Russen sind. Bei weitem nicht. Die Mongolen würden sich aufs Pferd werfen und Zuflucht beim großen Nationaldenker Xi Ping suchen, der ihnen aber kaum Hoffnung geben wird, weil er schon mit den nicht zu domestizierenden Uiguren seine liebe Not hat und diese Ethnie einsperren muss, weil die radikalislamische Infektion die inzwischen die auf Hochtouren laufende Rolle der Weltmechaniker und Plundererzeuger (auf unseren Wunsch und unser Wohlbefinden hin) die monopolkapitalistische Marktwirtschaft einer weichgespülten Autokratie gefährden könnten. Russland und da kommt wieder Schiller: „Wer kennt die Völker, nennt die Namen, die unter den Sowjets irgendwie zusammen kamen. Noch schlecken die Russen Speiseeis, bald lecken sie die Gletscher ab, falls es noch welche gibt, aber nach den neuesten Meldungen wird das noch eine Weile dauern.

Die bösen Mullahs haben schon gezeigt, dass sie selbst nach einem amerikanisch konnotierten Armageddon, das sie mit dem drohenden Militärvorstoß Epic Fury über die stolzen Perser herunterprasseln ließen, mit knirschenden Zähnen einsehen mussten, dass eingeschworene und zu allem bereite Gotteskämpfer oder banale Todessehnsüchtler nicht so schnell und nicht mit tausenden Raketen zu bezwingen sind.
Palastwächter und Revolutionsbrigaden erinnern an die Zeiten von Xerxes oder Dareios, als sich die wüst bekriegende Völker des Nahen Ostens ehrenhaft Mann gegen Mann mit Feuer und Schwert schwitzend bemühten, der anderen Macht die Seele für alle Zeiten aus dem Leib  zu metzeln. Allerdings ging das vor zweitausend Jahren nicht immer im Sinne der persischen Machthaber und entpuppte sich hin und wieder für die persischen Draufgänger als Rohrkrepierer. Mit gebeugten und zerschlagenen Rücken mit Heulen und Zähneknirschen krochen sie in ihre im Sand versteckten Unterschlüpfe zurück und verschwanden eine Weile aus dem Sichtfeld der anderen. Sie warteten aber ab, bis sie der Meinung waren, dass es Zeit sei, sich wieder in den Kampf zu schmeißen nach dem Motto, wenn Sissyphos als glücklich bezeichnet werden kann , warum kein einfacher Perser.
Heute sieht es ganz anders aus, vielleicht auch deshalb, weil der oberste Vorbeter des islamischen Staates mit einer dicken Bombe ins Jenseits weit über das Karakorum hinaus geschleudert wurde und ein ebenso mordlüsterner Nachfolger mangels Aspiranten, weil tot, zunächst nicht zu finden waren und die uniformierten Gotteskrieger in ihrer geballten Wut und Rache sich wie ein Mann zusammenschweißten, um alle zu vernichteten, die gegen sie waren oder gegen sie hätten sein können.
Die Gegner im eigenen Land, ihre eigenen Schwestern und Brüder, die im Laufe der Jahre wegen zu drastischer Unterdrückung mit dem Mut der Verzweiflung auf die Barrikaden gingen und ein paar Atemzüge Hoffnung schöpften, mussten mundtot gemacht werden. In einem rasenden Vernichtungsfuror der gut trainierten und Gehirn gewaschenen Berufsmörder, denen jede Widerrede ein Dorn in den mit Hass erfüllten Augen waren schmissen die Maschinengewehre an, um die auf den Straßen Zin großen Mengen Hoffenden ohne Vorwarnung mit Kugeln gespickt zu Allah zu schicken – mit Umweg über die schiitische Gesinnungsprüfung.

Der König der westlichen Welt, Präsident Orangenhaar aus der Sippe pfälzischer Bauern denkt, falls er sein Gehirn noch positiv generieren kann, dass er zu bestimmen hat, was auf diesem Planeten steht oder fällt, atmet oder durch die Furchen der Maisfelder kriechen muss.

In einsamen Nächten (wo ist Melania) fällt er Entscheidungen, die er selbst schon im Ansatz als gescheitert einordnet und trotzdem seinen Kriegsminister, der früher bei FOX-News Mikrophone besabbelte, von der Kette ließ, um all diesen widerborstigen Menschzecken zu zeigen, dass sich ein von der amerikanischen Rifle Assoziation mit der güldenen MAGA-Plakette ausgezeichneter Golfspieler derartige Frechheiten nicht bieten lässt. Ja aus Prinzip nicht bieten lassen kann, weil er als vom Volk gewählter Oberhegemon ohne Fehl und Tadel sein muss, alle seine Magas glauben fest daran.
Dass dem sich selbst permanent auf die Schulter klopfenden Hegemonieautomaten, dem schlimmsten GröFaz seit Herrmann Göring, der immer die gleiche Leier runterspulte, schon vor Jahren auffiel, dass seine sehr durcheinander gewirbelten Gehirnwindungen oft Fehler zuließen, die er zwar niemals bereute und selbstironisch in den Müll des Vergessens blubberte, revidierte alles zwangsweise durch die sich schnell ändernde allgemeine Welt- und Staatssituation schon einen Tag später. Klar ist, dass diese schnelle Meinungsdrehung einem durchtriebenen Hegemon nichts aus macht, weil er schon von einem deutschen Politikpietisten oberster Konvenienz gelernt hatte: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, oder von eben oder habe ich es gar nicht angeordnet. Mit achtzig Jahren trägt er zwar noch die schüttere orangene Elvistolle und stolziert vorzugsweise auf dem Golfplatz umher, kann aber einiges nicht mehr wissen, was zwischen 12 Uhr und Mittag prinzipiell in ihm vorgeht. Keiner kann etwas dagegen haben oder ihn gar anfeinden, behüte Gott oder der Satan (kommt bei dem Orangehair nicht darauf an, wer) denn der Hegemon ist über alles vermeintlich Menschliche per se erhaben.
Außerdem umschwärmen ihn eine von Geburt an verpeilte Meute der wie Phönix aus der Asche emporgestiegenen Berater aller Couleur, die jeden Ton aus seinem Mund mantraartig nachbeten, weil auch sie einem Grundsatz der Philosophie folgen: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Die Hauptsache ist doch, dass ich weiß, suprematisch und oft superweiß fast himmlisch auftrete. Meine Vorfahren waren noch weißer, weil sie sich weiße Bettlaken umhängten und über den Kopf eine weiße Stofftüte, wie eine Tiara, über den Kopf stülpten, bei der für die Augen Löcher rausgeschnitten wurden. Deren Augen sahen natürlich im Ruhezustand weiß, aber ansonsten rot und  wenn sie schwarz sahen, war alles zu spät.  Sie mussten sich verkleiden, weil sie im Prinzip weiße, arme und blutarme Hotdogs waren, die ohne sie bedienende Sklaven noch nicht mal die Plumpsklos fanden, um all den Driss loszuwerden, der sich in ihren Kaldaunen staute. Den schwarzen Menschen sahen sie nicht als menschliches Lebewesen an, sondern als besser funktionierende Affen, der es aus dem afrikanischen Kontinent ins Land der hunderttausend Möglichkeiten  geschafft hatten. Die weißen Plantagenbesitzer und die vom KuKlus-Clan verdorbenen normalen menschen des Südens  vergaßen, dass sie es selbst waren, die Millionen Schwarze als Sklaven ins Land holten, denn mit dieser Wirtschaftsmethode mehrte sich der Reichtum schlagartig.

Deren einfache Thesen lauten aber in den heutigen Tagen: Auf dem afrikanischen Kontinent würde es genügend Bäume geben, in denen sie ihr unmenschliches Unwesen treiben konnten und weiße, honorige Männer, meistens waren es Männer, in Ruhe das gepflegte Nichtstun so zu lassen, wie es seit jeher war. Aber schon Billy Holliday sang das ergreifende Lied: “ Strange Fruits“ und alle Amerikaner wussten genau, was Billy damit meinte und warum alle schwarzen Menschen immer wieder um Ihre Menschenwürde und ihre Daseinsberechtigung kämpften.

Auf der Straße des Hornochsen, eigentlich war es Wasser, aber die Sprache entlehnt oft Begriffe aus einer anderen Kategorie, damit auch die hinterletzten Hillbillys oder Rednecks begreifen, was mit einer Straße auf Wasser gemeint ist.

Elegy, das blumig und larmoyant geschönte Lebenswerk eines jungen, talentierten Knaben, der sich aus den Fängen der rauschgiftsüchtigen Mutter befreite, der sein junges Leben lang immer fleißig lernte und schließlich auf einer Universität als Bachelor summa cum laude in Politikwissenschaft und (sic) Philosophie reüssierte, wird den MAGA-Sektierern als exemplarisches Beispiel für die Suprematie und die Kraft des amerikanischen Traums verkauft. Als ich den Film sah, das Buch hätte ich nie gelesen, dachte ich, dass der Regisseur wahrscheinlich ein Epigone von Bannon, Thiel oder Zuckerschleck sein musste oder zu viel Micro-LSDt geschleckt hatte, um diesen Aufsteiger- und Kämpferquatsch filmisch so zu gestalten, dass die Tränendrüsen bei manch einem oder einer gar nicht aufhören wollten, die Wangen zu benetzen.
Selbstverständlich kann es sein, dass ein armer weißer Hillbillyknabe eine derartige Karriere machte, aber dass er im reiferen Alter in den Dunstkreis des Hegemons berufen wurde, war allein durch die Mauschelei des faustischen Tech-Milliardärs Thiel möglich. J.D.Vance soll katholisch sein, stänkert aber andauernd gegen den Papst und versucht den beleibten Stellvertreter Gottes auf Erden mit schwachsinnig aus der Luft gegriffenen Äußerungen zu piesacken und zu diskreditieren. Der Leo in Roma denkt sich seinen Teil und gibt dann ein sarkastisch geschliffenes Kontra zum besten, das die Bemerkungen dieses Burschen unweigerlich wie eine Maulschelle durch die Luft pfeift.

Dessen Katholischer Glaube wirft viele Fragen auf, denn vielleicht ist der  Hillbillykatholizismus im Duett mit der MAGA-Ideologie nicht mit der religiösen Philosophie der vatikanischen Kurie kompatibel oder alles ist fake und in den Hinterzimmern von FoxNews ausgebrütet worden. Dessen verbale Absonderungen schlagen meines Erachtens allzu oft einen sehr konservativen Rechtschwenk ein.
J.D. war mal als der Kronprinz des Hegemons auserwählt und wurde zum Stellvertreter ernannt, aber die Gunst der Stunde kann sehr schnell in der Schämdichecke all der nicht mehr präsentablen Fallengelassenen enden. zwei MAGA-Damen wissen zu berichten. Jeder Hegemon, der im Prinzip nur an sich und seine Zeit als Herrscher über alles und jeden denkt und als Sterblicher wie wir kaum keinen Gedanken daran verschwendet, wer in seine Fußstapfen treten könnte, kann sich eine Zeit nach seinem Erdenleben selbst in seinen furchtbarsten Albträumen nicht vorstellen, weil diese Möglichkeit in dessen Denken keinen Platz findet. Allein der Gedanke, dass irgendeiner, wer auch immer es sei, seinen Platz wird einnehmen können, ist so absurd wie ein vergüldeter Ballsaal.

Der preussische König und spätere deutsche Kaiser, der sich noch im hohen Alter hat krönen lassen, verspürte noch im höheren Alter keine gesteigerte Lust diese Kaiserwürde je abzugeben. Im Gegensatz zu seinem Volk der Deutschen ab 1871, die durchschnittlich kaum ihren vierzigsten oder fünfzigsten Geburtstag erreichten, wurde dieser Wilhelm, den viele Historiker menschlich als schlimmen Finger einschätzen, erreichte 95 Jahre. Wenn man spekulativ die Zeit zwischen 1871 und 1914 betrachtet, wäre es vielleicht besser für das arme deutsche Volk gewesen, wenn er noch ein paar Jahre länger regiert hätte. Die Verhältnisse der arbeitenden Bevölkerung hätten sich nicht gewiss nicht wesentlich verbessert, aber vielleicht wäre uns der unfähige und etwas trottelige Wilhelm II mit dem völkermordenden 1. Weltkrieg erspart geblieben.
Dieser Wilhelm II verhielt sich dermaßen ungeschickt, dass die beiden Generäle Ludendorff und Hindenburg alles Militärische an sich rissen und den Kaiser zum Repräsentanten des Teutschtums degradierten. Die beiden Oberbefehlshaber der überdimensionalen Militärmaschine versemmelten noch unfähiger als ihr Kaiser den 1. Weltkrieg, den dieser mit anderen Potentaten jener Zeit, dem Zar, dem französischen Präsidenten, dem Habsburger Franz-Joseph, dem englischen und dem italienischen König vom Zaum gebrochen hatte.
Die Schlafwandler der Macht stürzten sich mit lautem „Hurra“ in die Vernichtungsorgie der ersten großen Materialschlacht, die mit Millionen Toten, Hunger, rechten Aufständen und Arbeitslosigkeit und einem sehr widersprüchlichen und die Deutschen unterjochenden Friedensvertrag direkt über die Weimar Republik zum österreichischen Meldegänger Adolf führte, der schon 1923 in der Strafanstalt Landsberg eindeutig skizziert hatte, was er mit den ihm umgebenen Feinden, gleichgültig wer, wie was und warum sie es waren, würde machen können, wenn er einmal an der Macht war.

Der Hegemon aus dem weißen Haus wird in jeder Hinsicht die brüchige Ordnung der globalisierten Welt noch brüchiger machen und bis jetzt habe ich den postzaristischen, postsowjetischen Schlächter aus dem Kreml unerwähnt gelassen wie auch den chinesischen Pragmatiker, der alle Schwierigkeiten wie ein Avatar wegzulächeln versucht und genau wie der Hegemon und der im Geheimdienst geschulte russische Menschenfresser in wenigen Jahren das Zeitliche segnen oder an Demenz oder Alzheimer enden wird, wenn nicht der schizoide Wahn sie in die Hölle fahren lässt.

Es wird einige Jahre brauchen, bis die Welt diese verruchten, narzisstischen Kriminellen überwunden haben wird, vielleicht dauert es so lange, bis der Klimawandel das Heft in die Hand nimmt und das schon lange begonnene Zerstörungswerk des Menschen ruck zuck mit schmelzenden Gletschern, tosenden Stürmen, über die Ufer tretenden Flussläufen, untergehenden Inseln, Hitze- und Dürrekatastrophen, chemischen Keulen und Flächen vernichtenden Waldbränden vollendet.   Die geistig kulturelle Pandemie grassiert schon in der Weite unseres Planeten, aber wir können uns nicht ausdenken, welche furchtbaren Reiter Tod und Teufel über uns bringen werden.