Inzwischen vermute ich, dass sämtliche semiprofessionellen, aber auch einige fachlich ausgebildete und argumentierende Journalisten komplett durchgeknallt sind, wenn sie die Nachrichten über Wahl in der geografische Region Sachsen-Anhalt vernehmen und dann beginnen daraufhin in ihrer berufsspezifischen Denkweise herauszukriegen, wie und warum dieses kleine Ländchen, wie gesagt Bundesländchen, das zweitkleinste nach Einwohnern und als Flächenland im Vergleich der Quadratkilometer und Seelen und trotz landschaftlicher Schönheit die Diskrepanz zwischen der unglaubliche Leere an unbewohnter Landschaft und dort lebenden Menschen herauszukriegen. Das Land ist nicht leer, aber wenn man es per Automobil durchfährt findet man manchmal ein alleinstehendes Gehöft oder ein Haus mit Garage und hier und da eine kleine Siedlung, der es auf den ersten Blick an lebenden Personen mangelt. Es gibt auch schmucke kleine Städte und zwei Großstädte Magdeburg und Halle, die im Vergleich zu unseren Großstädten bewusst als beschaulich und klein bezeichnet werden können.
In Sachsen-Anhalt wird gewählt, auf Landesebene wird eine neue Regierung gesucht und aktuell ist eine Situation entstanden, die für alle Deutschen, auch hier im nicht mehr ganz so goldenen Westen, sich eine interessant gefährliche Konstellation ergeben kann. Jede zweite, wahrscheinliche alle Politikwissenschaftlerinnen, die jüngere Damen oft mit langen blonden Haaren, die sie geschickt geteilt nach vorne über den Busen fallen lassen, die andere Hälfte rückwärts verteilen und im allgemeinen als attraktiv und sehr gebildet erscheinen, vor allem, wenn sie sich für Fachmenschen für deutsche oder ukrainische oder us-amerikanische Politik gerieren, weil sie das, worüber sie mit anderen, meistens ebenso gebildeten und eloquenten Männern darüber schwadronieren, dass sie den Durchblick haben, den sie vor einiger Zeit studiert haben. Sie sind typischerweise renommierte Medienvertreter, die sich bei irgendeinen den meisten völlig unbekannten Institut oder einem internationalen Verein oder einer staatlich finanzierten Informationszentrale für politische Außergewöhnlichkeiten wie aufgebrachte Krähen auf die wirklich interessante Situation stürzen, die von dieser Landeswahl ausgehen und streiten vortrefflich über ein Ländchen und deren Bewohner, das ansonsten vor Langeweile kaum etwas zu bieten hat, was diese Menschen aber für außerordentlich untersuchungsinteressant und aufschlussreich halten. Eigentümlicherweise sind viele junge Frauen darunter, die jede für sich in haarsträubenden wie nachdankenswerten Theorien den Versuch unternehmen, die Lage zwischen den zur Wahl stehenden Parteien gedanklich oder lautstark analysieren zu wollen. Da wird bemerkbar, dass sich die Jahre in Oxford, MIT oder beim Spiegel gelohnt haben, während die tapsigen Versuche all derjenigen, die bei den sozialen oder den privaten Medien auf intellektuelle Arroganz setzen.
Ich wusste nicht, dass es im journalistisch wissenschaftlichen Bereich der deutschen Politik wie auch in sämtlichen internationalen Problemenaffären dermaßen viele, sehr geschulte Frauen gibt, die im Fernsehen bei Talkshows oder anderen Round-Table-Veranstaltungen ihr fundiertes Fachwissen einbringen, das nach längerem Nachdenken seit einiger Zeit vor allem das Fernsehen bereichert. Die Damen brillieren durch ihre selbstbewusste und faktenreiche Präsenz. Im gleichen Maße liebe ich die Phoenix-Runde, wo gute Fachleute ohne Schnickschnack nebeneinander sitzen und ihre Gedanken fast immer sehr aufschlussreich präsentieren.
Die Frage der Stunde lautet nämlich, dass die seit 2013 neue Partei AfD im östlichen Kernland alle Chancen hat, die absolute Mehrheit der Wählerstimmen einzusammeln. 1.700.000 Wähler, ein paar mehr oder weniger machen den Kohl nicht fett, müssen am Sonntag darüber entscheiden ob der Spitzenkandidat der gesichert als rechtsextrem eingestuften Partei mehr als 50% der Wähler überzeugen kann, dass die Wählenden das sehr brachiale Wahlprogramm der AfD das Land in die Hände von teilweise ungehobelten, brutalen, bisweilen dummen und vulgär bis emotional böswilligen Menschen zu geben gedenken. Wie schon erwähnt gilt das nicht für alle, sondern lediglich gilt nur für einen breiten Bevölkerungsschnitt, der offensichtlich, ich denke gesichert, von der bisherigen Politik der CDU, SPD und FDP bodenlos enttäuscht ist. Der unglaublich faszinierende Populismus des Spitzenkandidaten Siegmund erzeugt in den Zuhörern bei den Wahlveranstaltungen die Vision der Wahrhaftigkeit bei jeden der so infiltrierten Menschen, die wie gebannt diesen Mann ohne Nachdenken bewundern. Sein nicht zu stoppender Total-Optimismus und seine exaltierte Art mit den Menschen zu spielen, wischt alle Bedenken gegen die AfD hinter ihm beiseite. Die Rädelsführer oder Parteibonzen seiner hinter ihm stehenden Parteibonzen sind zum größten Teil gut situiert und können über die Art ihrer Lebensführung nicht klagen. Da stehen Rechtsanwälte, Steuerberater, kleinere Firmenbosse, florierende Handwerksbetriebe, Lehrer, Beamte, höhere Angestellte, Ingenieure und andere technische Spezialisten und geben in der Partei den Ton an und ein beträchtlicher Teil derer, kommt aus dem Westen und gehört dem spekulativen politischen Opportunismus mit der Zielsetzung zumindest im Osten ganz oben mitzuschwimmen, wenn nicht sogar ganz nach oben zu kommen. Die Crux fängt damit an, dass diese Partei AfD oder euphemistisch genau buchstabiert Alternative für Deutschland (Alles fliegt durcheinander) heißt und inzwischen in den Umfragen mit über 40% weit vorne liegt und die anderen Parteien wie blutige Anfänger ohne Fortune und Erfahrung aussehen lassen. Ein Land, das über 30 Jahre nach dem Mauerfall oder der Bankrotterklärung der DDR von einer CDU regierten Clique inzwischen sehr dicht am Untergang vorbei geführt hat. Die Frage, die sich all die Journalisten und Wissenschaftler oder jene, die welche sein wollen, lautet ganz banal, schafft sie es und was passiert nach einem möglichen Wahlsieg. Auch wenn sich die anderen Parteien alle zusammentun sollten, reicht es nicht aus das bislang hypothetische Umfrageergebnis der AfD von knapp 40% zu überbieten. Die Partei wird von einem leutseligen, ewig lächelnden, Witze reißenden Jungpolitiker mit relativ angenehmen Habitus und ohne Berührungsangst geführt, man könnte meinen, dass dieser lächelnde Häuptling in einem Reklamespot für Körperpflege oder Kommunalobligationen sein Selbstbewusstsein erlernt hat. Wer ihn sieht, denkt, da staunen alle, weil er sich nahbar, emphatisch und höflich benimmt, alle Anwesenden für sich einnimmt und nicht annähernd so daherkommt, dass er eine Gruppe Wutbürger anführt. Jeder muss zugeben, dass er laut Journalisten und Medienleuten nicht so aussieht, als habe er etwas Böses, Grausamkeiten oder Gemeines vor, was letztlich nicht nur dem Land und seinen Bewohnern schaden könnte. Ob das aber alle ahnen, ist eine andere Frage. Wie gesagt es geht um das Wohl und Weh von über zwei Millionen Menschen, die in diesem Land leben. Schaut man genauer hin und sieht seine Entourage kurzhaarig geschorener Männerköpfe, die selbst einer Werbung für jeden NS-Nachwuchs eine besonders angenehm gruselnde Note verleiht. Die Journalisten und Analysten deutscher Medien, Zeitschriften wie Fernsehen, scheinen sich um nichts anderes zu kümmern als um das Charisma des alerten Ulrich Siegmund, der auf den ersten Blick der Traum aller Schwiegermütter sein könnte. Brisant wird das gesamte Tableau durch die Tatsache, dass die hinter ihm lauernde Männerriege, die immer auf den Sprung zu sein scheint, das Land zu einem Land des „Blut und Boden“ Volkes und der vergifteten Heimatliebe umkrempeln will, was mit „Ausländer raus“ anfängt und „mit Frauen an den Herd oder ins Bett“ noch lange nicht aufhört. Jeder, der das Wahlprogramm studiert oder durchblättert hat, stößt auf politisch unausgegorene wie aufschreckende Maßnahmen, die diese Partei für ihre Bürger in petto hält.
Die demokratische Parteien der Mitte befinden, wie sie sich selbst nennen und auch der Einbildung anheimfallen, dass diese Bezeichnung „Mitte“ allein in ihrer Selbstdarstellung alle selig machend das Volk zweifelsohne auf ihre Seite zieht. Dieses Volk hat sich in eine verzwickten Lage (ver)führen lassen und viele merken erst jetzt durch die Medienpräsenz, wie schwer ein jeder mit seiner einzigen Stimme für sich eine Lösung finden muss und sich hinterher noch im Spiegel ansehen mag. Ist die Stimme erst in der Urne verschwunden, ist der bisherige Eigentümer wieder anonym allein und muss wie alle anderen darauf warten, was aus der Gesamtheit dieser Stimmen zu machen ist. Die Partei der völkischen Heimatanbeter, die durch eine sogenannte „Brandmauer“ oder einem diffusen „Unvereinbarkeitsbeschlus“ von der jahrelang regierenden CDU noch schwieriger einzuschätzen oder genauer gesagt noch gefährlicher ist, als es all die Medienleute hinter vorgehaltener Hand einander zuraunen. Vor vielen Jahren, Angela Merkel, selbst aus den östlichen Gefilden des Landes gebürtig, erklärte nach hässlichen Vorfällen rechter Couleur, dass es unmöglich sei, mit diesem zusammengewürfelten Haufen rechter Verschwörer irgendeine Koalition zu schmieden sei. Egal ob es in Sachsen, Bayern oder Bremen und den anderen Bundesländern sei. Dabei fing alles relativ harmlos an. Einige Universitätsprofessoren und Wirtschaftswissenschaftler gründeten die Contra-Partei, weil der Bundestag beschlossen hatte, die harte bis steinharte Deutschmark gegen die neue europäische Währung Euro im Rahmen der Währungsumstellung zum neuen und einheitlichen Finanzmittel der Europäischen Union allen Bürgern der unterschiedlichen Länder aufzuzwingen. Politiker beschließen etwas und die Menschen draußen müssen die Folgen ausbaden. Die honorige Herren, allesamt Professoren, Publizisten, Banker oder Finanz-Fachleute sahen die Gefahr eines groß angelegten Steuer- und Bürgerbetrugs und begannen zu klagen. Man nannte die Herrenrunde „Euroskeptiker“ und die wollten die schöne harte Mark auf keinen Fall europäischen Finanzjongleuren mit Sitz in Brüssel zwecks Umtausch überlassen, sondern strebte eine Offensive der Zurückgewinnung an, um alles beim Alten zu lassen. Wie schon „Il Gattopardo“ im gleichnamigen Film von einem jungen Revolutionär erfuhr hieß die Devise: Alles muss sich ändern, damit alles so bleibt wie es ist. Ganz schön clever und könnte genauso aus dem Munde von Boris Johnson, Donald Trump oder dem brasilianischen Pseudodiktator Bolsonaro stammen.
So fing alles an und schon einige Jahre später enterten andere Männer und eine Frau die Partei. Mit Björn Höcke, einem reaktionär geifernden Geschichtslehrer aus dem Westen, der im Windschatten des klandestinen Vordenkers und Geheimideologen Götz Kubitschek die Partei in eine umstürzlerische Bande verwandelte, wurde es inzwischen allen klar, dass das Böse der Partei innewohnt. Die Partei formte sich von Jahr zu Jahr zu einer rechten und dann zu einer rechtsradikalen Putschistenformation, die nichts Gutes im Sinn hatte und auch einige krude Ideen der Naziideologen in aktueller Form wieder aufleben ließen. Streit und Zank und ideologischer Wahnsinn standen von nun an der Tagesordnung. Wer heute noch den dicken Max machte, konnte morgen schon als Aussätziger in den Weiten des Polarkreises seine revolutionären NS-Ideen den Eisbären und Pinguinen auf den weißen Weiten vorbeten. Der Spiritus Rektor des Wandels war ein ehemaliger Journalist und Politberater, der lange Mitglied der CDU war und danach von der CDU frustriert seine Zeit als Frontmann der Partei den Biedermann spielte, auch wenn er mit Sprüchen wie „Wir werden sie jagen“ sein wahres Gesicht zeigte. Wie man sieht ist der konservative Geist der CDU, auch wenn man das längt überholte Label Christlich weglässt nicht soweit entfernt vom Traum einer völkischen Heimat unter dem Banner der neuen Rechten. Den größten Schub erhielt die Partei nach der Masseneinwanderung aus den Ländern des Nahen Ostens, Muslims allesamt, also kulturfremd und gefährlich für unseren Wohlstand und daher nicht zu dulden waren. Wer meint, dass es überall friedlich zuging, täuscht sich. Auch wenn der Bodensatz der zu allem bereiten Männer nicht so brutal mit ihren Gegnern umging wie die Nazi-SA, so gab es immer wieder Massenschlägereien, Anschläge, Überfälle auf nicht genehme Personen und allgemeine Pöbeleien zu allen Menschen, die fremd aussahen und aus den Kriegsgebieten Syriens, des Irak oder Afghanistan stammten. Diese Menschen mussten an jeder Straßenecke vorzugsweise in der Dunkelheit äußerste Vorsicht walten lassen. Homosexuelle, selbstbewusste Frauen, Roma und Sinti, auch Hippies und besonders die politischen Mitglieder der Antifa wurden zur Zielscheibe der rechten Schlägertrupps, die mit Schmähungen und Drohungen anfing und mit Körperletzung bis Mord nicht aufhörte. Die Partei aber wuchs und wuchs und vor allem im Osten Deutschlands, das über 40 Jahre unter der SED-Diktatur zu leiden hatte, waren sie zu Beginn des Jahres 2025 die stärkste Macht mit der eigenwilligen und resoluten Form ihres Politikverständnisses. Im Westen tat sich zunächst nicht viel, aber mit der Pandemie und der großen Wirtschaftskrise und den eigenwilligen Regierungsvolten der Ampel (wobei der Porschefahrer Lindner von der FDP (fast drei Prozent) der widerwärtigste Antipolitiker des Landes wurde, eine der schändlichsten Heuchler und Opportunisten, dem jemals Regierungsmacht übertragen wurde. Leider ging es nicht anders, denn die AfD lauert schon am nächsten Infostand. Dann kam Merz. Aber der arrogant und steif wirkende Friedrich Merz brauchte mehrere Anläufe um zwischen all den profillosen Kandidaten seiner Partei endlich die Rache an Frau Merkel der lebenden Blazerin nehmen zu können und schon bei der Auswahl der zur Verfügung stehenden Kandidatinnen, fiel er erst einmal durch, aber machtgeil ließ er sich nicht beirren und machte mit ungebremster Wucht weiter, bis er endlich zum Kanzlerkandidat der CDU gewählt wurde. Da es keine ernst zu nehmenden Gegenkandidaten gab, wurde es dem Einzelkämpfer Merz quasi angedient, endlich doch die Macht mit beiden Händen zu ergreifen. Was trotzdem nichts bedeuten sollte, denn er musste erst einmal von allen Bundestagsabgeordneten auch gewählt werden und das ging beim ersten Mal richtig schief, weil die notwendige Mehrheit aus unbekannten spekulativen Gründen nicht zustande kam. Im zweiten Wahlgang wurde er dann mit 325 Stimmen inthronisiert. Eine seiner ersten Akte als Kanzler hieß die (mit zusammengebissenen Zähnen) Schuldenbremse und die schwarze Null temporär zu beenden. Aber auch das ging daneben und in dieser Notlage wurden die Linken gebeten, mal zwischendurch kollegial im Sinne der Demokratie auszuhelfen, obwohl ja auch zwischen den Linken und der CDU der Unvereinbarkeitsbeschluss existierte, der auch im Volksmund Brandmauer genannt wurde. Diese überflüssige Grenzziehung betraf AfD und Linke gleichermaßen und er musste eine weitere linke Kröte schlucken, diese im Prinzip Antidemokraten um einen Gefallen zu bitten. Allein diese Verzweiflungstat hätte ihn und vor allem das gesamte Parlament wachrütteln können, aber kaum war er als Kanzler vereidigt, gehörte die Schützenhilfe von links der Vergangenheit an und die Linken gehörten wieder zu denen, mit denen man wie schon vor der Wahl nichts zu tun haben wollte. Die AfD wurde zweitstärkste Partei und übernahm die Rolle der übergriffigen und unverschämt agierenden Opposition. Da die rechtsradikale Männertruppe mit ein paar Frauen von allen gemieden wurde, weil sie mit undemokratischen Wirtshausgebrüll das Parlament zum Tollhaus machte. Die anderen Parteien stritten sich mit ihnen aber zogen es auch vor, diese vulgären Streithähne zu ächten. Die Brandmauer stand. Bei Merz sowieso, denn der kleine Aushilfsdienst der Linken gehörte für ihn zu den normalen demokratischen Gepflogenheiten eines Parlaments, auch wenn die Linke ansonsten das Stigma politischer Bastarde aufgedrückt bekam. Von eben dieser CDU. Die AfD konnte ihre klammheimliche Freude nicht verbergen. Das nenne ich mal die demokratische Exkursion der politischen Betruges. Von da an ging es bergab und seine Art zu kommunizieren ließ ihn immer tiefer in die Vorhölle der Wählerungunst sinken. Merz war zwar Kanzler und konnte die Richtlinien der Politik bestimmen, aber außerhalb des Parlaments mutierte er schnell zum unbeliebtesten Politiker, der jemals auf dem Kanzlerstuhl saß.
Für alle, die diese Details nicht kennen, ist es wichtig zu wissen, warum die Unbeliebtheit des Kanzlers langsam gegen Null geht. Es ist deshalb so wichtig, dass seine Art zu regieren und zu kommunizieren, das Volk mit Verächtlichkeit zu strafen. Gerade im Osten des Landes geriet er auch deshalb schnell zum eigentlichen Versager des Bundeskabinetts und der Regierung, die seinen Namen und seinen Stempel trug, fiel in immer tiefere Löcher. Aus guten Gründen ließ er sich kaum zwischen Rostock und Dresden sehen, weil er fürchten musste, nur Unmut und Ablehnung bei den Menschen zu erfahren. Ein unbeliebter Kanzler mit einer unbeliebten CDU klebte nun wie Pech und Schwefel an seinen Füßen. Er zog es vor, im weltläufigen Berlin zu bleiben und begnügte sich fortan die alten Bundesländer mit seiner Anwesenheit zu ärgern und selbst die eigene Partei entfernt sich in Teilbereichen von dem unverbesserlichen und nicht einsichtigen Kanzler. Er und die CDU wurden in den Augen der AfD dass Übel an sich und wurden öffentlich von den Wadenbeißern der AfD immer wieder angegangen und beschimpft. Geht Alice W. im Horrorland ans Rednerpult wissen die Mitglieder der CDU, dass nun das rhetorische Schimpfgewitter der gepflegten Vulgarität über sie niederprasselt.
Zurück nach Sachsen-Anhalt. Die Lage wurde allmählich immer dramatischer, denn die AfD kletterte in den Umfragen auf sagenhafte 40%. während die Kanzlerpartei die CDU/CSU auf 21% abstürzte. Guter Rat war teuer und wie man es auch drehte und wendete, die sogenannten demokratischen Parteien erreichten nicht mal als zusammengeschweißte Koalition die Werte der Rechtsradikalen, die nebenbei selbstverständlich erst an der Wahlurne demokratisch in die Höhe entschwinden werden. Der alte Ministerpräsident Haseloff sah es mit Grauen und trat zurück, um einen seiner Getreuen aus dem Kabinett, nämlich Wirtschaftsminister Sven Schulze im Januar 2026 das Amt zu übergeben. Vielleicht erinnerte sich Haseloff an die blamable Niederlage von Kamala Harris, die auch kurz vor der US-Wahl für Joe Biden in die Bresche springen musste, weil Biden nach mehreren gesundheitlichen und gedanklichen Aussetzern und all den Schmähungen von MAGA-Donald und dessen Rauditruppe erkannte, dass seine Chance gegen den Maulhelden und notorischen Lügner gleich Null war. Auch Haseloff verkörperte die alte, abgewrackte Garde der CDU, die beim Wähler nicht mehr ernstgenommen wird und bei den meisten unten durch war. Der gutmütig auftretende und wackere Schulze erbte nicht nur das Amt des Ministerpräsidenten, sondern auch das Unbehagen und den Unmut der sächsisch-anhaltinischen Wahlberechtigten. Die anderen Parteien der demokratischen Mitte wie SPD, FDP teilten das Schicksal der CDU und trudelten in den Umfragen nach unten, die FDP wird wohl das Schicksal ereilen, gar nicht erst die 5% Hürde zu überspringen. Lediglich Linke und Grüne blieben konstant, was nicht verwunderlich ist, weil sie jung und kämpferisch auftreten und die Herzen und den Verstand vieler junger Wähler bis 40 Jahre erobern. Die Linke, die sich über die 10% Marke hangeln werden, erntete die aggressiv humorige Art ihrer Auftritte und wurde als ebenbürtig anerkannt, weil sie ohne Scheu den Finger in die deutsche Parlamentsinzucht legten. Schulze weiß um seine Chancenlosigkeit, bleibt aber stur beim völlig überholten und unnötigen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linken-Fraktion. Da scheint er sich in einer Art Sturheit der Arroganz der AfD anzuschließen, die nur regieren will, wenn sie die absolute Mehrheit gewinnt. Welches Demokratieverständnis steckt in dieser Taktik, wenn eine Partei 45% Partei bekommt, ist es im Sinne des Wählers, dass durch eine Koalition eine Regierung entsteht. Das ist die Pflicht jeder Partei nach dem Wahlabend. Siegmund hätte jede Menge Auswahl, aber er besteht auf die Alleinregierung. Kann es sein, dass Siegmund keinen Partner will, weil der ihm reinreden kann oder ist es tatsächlich so, dass er inzwischen mit AfD-nahen CDUlern eine heimliche Einigung über deren Austritt aus der CDU geregelt hat. Es wäre in Deutschland nicht das erste Mal. Außerdem würde ohnehin keine Partei mit Siegmund paktieren, dass ist aber gleichgültig, weil es zur politischen Kultur gehört, zumindest Sondierungsgespräche zu führen, das erwartet der Wähler. Es scheint die Option zu geben, dass Siegmund auf die Unterstützung abtrünniger CDU-Abgeordnete setzt, die je nach Anzahl die Lücke zu 50% schließen können.
‚Es würde ein kalter Putsch, den wir in der Bonner Republik des öfteren bei der FDP erleben durften. Ganz Deutschland schaut mit Argusaugen auf Magdeburg, denn ein Sieg der AfD würde Wellen schlagen, die das alte Bundesgebiet in einen gefährlichen Notstand bringen würde. Und die CDU, zumindest in Sachsen-Anhalte, droht ihr die totale Spaltung. Dabei wäre es so einfach, wenn Schulze eine Minderheitsregierung zusammenstellt und sich von Mal zu Mal, wenn die Linke keine Winkelzüge wittert oder entdeckt, sich von der Partei hinter der Brandmauer helfen zu lassen. Die Bildung eines Minderheitskabinetts, die in einigen skandinavischen Ländern zum üblichen Prozedere der Politik gehört und sogar in Thüringen und Sachsen praktiziert wird, wäre eine praktikabel Lösung. Da fällt dem Schulze kein Stein aus der Krone, wenn er ab und zu die Hilfe der Linken für bestimmte Vorhaben in eine Mehrheitsabstimmung einbindet. Wahrscheinlich wird ihm nichts anderes übrig bleiben, wenn Sachsen-Anhalt regierbar bleiben soll. Da Siegmund jegliche Koalition ablehnt ist das sogar der adäquate Weg, um die Gesetze auf den Weg zu bringen, die Sachsen-Anhalt jetzt braucht. Siegmund lächelt oder grinst, je nachdem aus welcher Perspektive die Menschen es beurteilen, aber kann es nicht sein, dass wie schon erwähnt, er sich so siegessicher fühlt, weil er sich der Anzahl der abtrünnigen Überläufer schon jetzt sicher ist? Ob Merz danach noch lange seine wirre und für viele unverständliche Politiklinie durchziehen kann, ist nach einem Sieg der AfD sehr fraglich.
Was geschieht aber, wenn Siegmund und seine Kamarilla der rechten Kameraden wirklich den Sieg davon tragen? Wer das Wahlprogramm der AfD nur rudimentär kennt, gruselt sich schon, bevor er guten Willens sein Kreuz bei der CDU oder der Linken machen möchte. Der Kulturkampf um die totale Umkremplung des Landes wird bei vielen zum Gruselkabinett einer um sich selbst drehenden Geisterbahn. Remigration ist eines der Schlüsselvorhaben, was bedeutet, dass alle, die eine andere Hautfarbe bei ihrer Geburt mitbekommen haben, des Landes verwiesen werden können, also auch die wichtigen Helferinnen im Gesundheitswesen, die Bediensteten der Gastronomie, ambulante Pflegedienste oder Studierende, die auf den Universitäten das völkische Bild des absoluten Deutschseins verhöhnen. Die Bildung wird es besonders schwer treffen, wenn die Unterrichtspläne im Landtag vorgeschrieben werden, die Menschen, die mit undeutschen sexuellen Prägungen a la Rechtsruck Angst um Leib und Leben haben müssen, Behinderte aller Art sollten sich Sorgen machen, wenn ihnen Alimente und Lebensraum genommen wird, die Sicherheitsdienste des Staates wie des Landes, die zu fest auf der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehen, Lehrerinnen, die sich weigern die Geschichtsklitterung der Rechtsradikalen mitzutragen, ledige Mütter, die es ohnehin schwer genug haben, ältere Menschen, bei denen auch mal über eine Triage nachgedacht wird oder völlig Verarmte, die sich noch nicht einmal eine Wohnung leisten können. Die Liste wäre so lang, dass sich jeder Demokrat überlegt, ob er noch in Sachsen-Anhalt leben will. Die Kultur steht besonders im Fokus des Kampfes der AfD um die Oberhoheit in Sachsen-Anhalt, da wird die Kettensäge ausgepackt und vielleicht sogar die Panzerhaubitze, um antideutsche Inszenierungen zu boykottieren oder den unangenehmen Musikern und Theaterschauspielern das Leben zur Hölle zu machen. Ganz oben auf der Agenda der Reinigungsaktion gegen alle unbequemen Gegner der AfD-Kultur, die immer noch nicht begriffen haben dass die AfD mit allen Feinden ihrer Deutschvölkischen Verfassung kurzen Prozess machen will, steht das Deutschtum und die völkische Gesinnung, die in jeder Lebenslage für jeden Bewohner des Landes zum Höllenritt werden kann. Laut der gallig eiskalten Rädelsführerin Weidel, die ihre Kollegen aus den anderen Parteien Flachzangen nennt und die Lüge als DNA der CDU bezeichnet, soll von Sachsen-Anhalt ganz Deutschland für die AfD erobern. Wenn es nach ihr ginge muss der Euro wieder abgeschafft werden, die Masten der Windenergie würden auf den Schrott gehören und der Austritt aus der EU ist lediglich Formsache und die Remigration wird vom ersten Tag an ohne Erbarmen durchgezogen, Gas kommt wieder aus Russland und der Massenmörder Putin wird zum gesellschaftsfähigen Paten ernannt, die Ukraine wird sich selbst überlassen und alles, was bisher woke und divers war, hat in Sachsen Anhalt nichts verloren. Der Öffentliche Rundfunk wird zum Grundfunk mit deutsch-rechten Prägung. Da hat Siegmunds rechte Bande in der Tat viel zu tun und vielleicht werden eigene Pässe vergeben und an den Grenzen zu Brandenburg und Thüringen sieht man wieder Zollschranken (wozu eigentlich, wenn kaum noch etwas produziert wird). Der Migrationsforscher Knaus sagt voraus, wenn die Ukraine fallengelassen wird sich eine millionenfache Fluchtwelle aus dem östlichen Nachbarland über Deutschland ergießen. Alle internationalen Konzerne werden sich hüten, Investitionen in der deutschen Wirtschaft zu tätigen. Aus Sachsen-Anhalt werden wichtige Berufe wie Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler oder Digitalentwickler abwandern, alle, die offen gegen die Regierung opponieren werden entlassen, kaltgestellt oder weggemobbt. Deutschland wird weltweit industriell und wirtschaftlich geächtet, keine Touristen werden sich in die Pampa Sachsen-Anhalts verirren.
Die AfD hätte schon vor zwei Jahren mit einem Verbotsverfahren belegt werden und da jeder weiß, dass ein Verbotsantrag Jahre dauern kann, wäre ein Verbot zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Ein Verbotsverfahren würde deutlich zeigen, wie die deutsche Demokratie auf Basis des Grundgesetzes reagiert und das wäre weltweit ein Zeichen. Aber schlimmer noch wäre die weltweite Verflechtung in der Globalisierung, weil in keinem Land alles still steht, wenn sie von der Globalisierung abgekoppelt wird. Welche Mittel bleibt der Justiz und der politischen Wehrhaftigkeit, um während einer AfD-Regierung die Mittel einzusetzen, die in der Lage sein wird, die schlimmsten Verwerfungen zu verhindern? Als Kulturschaffender werde ich weiterhin alles tun, um im schlimmsten Fall das zu verhindern, was zu verhindern notwendig ist und so denkt die Mehrzahl aller Intellektuellen, Kulturschaffenden, Literaten, Musiker oder Theatermacher.
Wie es auch ausgehen wird, eins ist unabdingbar: Ab jetzt muss alles getan werden, um die Rechtsradikalität und rechte Duldung in ihre Schranken zu weisen, Farbe zu bekennen und Rückgrat zu zeigen. Der Posterboy muss eine Ausnahme bleiben und die schlimmsten verbalen Rhetoriker müssen stante pede rechtlich verfolgt und angeklagt werden.